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Ostergeschichte Teil III

 

„Nochmal“, keuchte sie. Am anderen Ende der Wiese angekommen, saß natürlich schon wieder der Igel da und brummte: „Das war aber jetzt das letzte Mal, man hat ja schließlich noch was anderes zu tun, als den lieben langen Tag in der Gegend herumzurennen.“ Erschöpft und frustriert rannte Selina zurück, den Igel hatte sie nach kürzester Zeit abgehängt. Schneller, schneller! Mittlerweile tanzten ein Dutzend weißer Eier in einem feurigen Ring vor ihren Augen. „Wie ein Ei dem anderen, wie ein Ei dem anderen …“ Die Worte bildeten eine Endlosschleife in ihrem Kopf, bis sie im Laufen durch einen im Weg liegenden Stein aus dem Tritt gebracht wurde. Sie schlug sich vor die Stirn. Natürlich! Das war es! Nicht nur Eier glichen sich aufs Haar, auch Igel sahen einer aus wie der andere… „Na warte“, dachte sie. „Dir werd‘ ich’s zeigen!“

 

 

„Noch eine einzige Runde, aber ich brauche eine kurze Pause“, forderte Selina, während sie fieberhaft überlegte, wie sie einen der Igel markieren sollte, um den Betrug beweisen zu können. Plötzlich stupste sie jemand an der Hinterpfote. Jule saß im Gras und bedeutete ihr, sich unauffällig hinunter zu hocken. „Das ist sowas von faul, ich schwör‘“, flüsterte sie. „Ein Igel kann nicht so schnell hin und her rennen. Das kriegen wir raus. Diesmal bleib‘ ich mit Cem, Lina und Johnny am  anderen Ende und pass auf.  Timo und der Rest laufen mit dir.“ Selina nickte. „Danke“, flüsterte sie und stand auf, um die letzte Runde zu laufen – die allerletzte, wie der Igel nach Verhandlungen mit den Mäusen inzwischen grummelnd zugestanden hatte. Sie starteten, der Igel fiel zurück und saß am anderen Ende doch schon wartend da – alles wie gehabt. Selina stemmte keuchend die Hände auf die Oberschenkel. Dabei geriet ihre Pfote auf etwas Feuchtes, Glitschiges.

 

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