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Märchen zum Advent Teil I

In diesem Jahr möchte ich Euch das Warten auf Weihnachten

mit einem selbst geschriebenen Märchen

ein wenig verkürzen.

Heute am Nikolaustag stelle ich den ersten Teil  ein,

weiter geht es dann am zweiten, dritten und vierten Advent.

Viel Spaß beim Lesenund eine schöne Adventszeit!

 

Der Hummelprinz
Es war einmal ein alter, verwunschener Garten mit hohen Bäumen und dichten Hecken. Dazwischen prangten wunderschöne, duftende Blumen in den herrlichsten Farben. Viele unterschiedliche Geschöpfe hatten dort ihr Zuhause gefunden.
Prunavius, der jüngste Sohn des Königs an der nördlichen Mauer, hatte wie alle seine Brüder Fliegen, Jagen und das Waffenhandwerk gelernt, fand daran jedoch keinen großen Gefallen. Viel lieber suchte er sich ein ruhiges Plätzchen in einer Rosenblüte und genoss sachte schaukelnd den Wind, der ihm liebkosend durch den Hummelpelz strich. Zu Hause wurde er nie so sanft gestreichelt. Seine Familie beachtete ihn kaum, denn er war nur einer von vielen Söhnen und noch dazu der letzte und unbedeutendste. Hier war er niemandem wichtig. Deshalb verspürte er immer öfter den Wunsch, hinaus in die Welt zu ziehen und dort sein Glück zu machen.
Eines Tages, als er wieder einmal in seiner Blüte saß und trüben Gedanken nachhing, wehte eine stürmische Windböe den Hummelprinzen jäh davon und wirbelte ihn so wild herum, dass er bald nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Zuerst war er sehr erschrocken, aber dann fand er Gefallen an dem rebellischen Treiben und ließ sich laut lachend mitreißen. Doch plötzlich wurde sein fröhlicher Taumel unsanft gestoppt. Er prallte hart gegen ein Hindernis und etwas Klebriges legte sich über seine Flügel. Prunavius zappelte und versuchte mit aller Kraft, sich zu befreien, aber das Netz der Spinne hielt ihn fest. Er rief laut um Hilfe, denn schon sah er das achtbeinige Scheusal näher kommen, voller Vorfreude auf den leckeren Fang. Da krachte plötzlich eine riesige Gestalt durch das Netz, packte den Prinzen am Pelz und flog mit ihm davon. Kopfüber hing der arme Prunavius in den Klauen des Ungeheuers.

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