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Mauern

 

Das Wort „Mauer“ assoziiert man heute, gerade mit Blick auf politische Ereignisse, wohl zunächst mit ausgrenzen, fernhalten von, sich abschotten gegen. Mauern können auch Schutz bieten vor Angriffen egal durch wen oder was, innerhalb von Mauern fühlt man sich sicher. Mauern engen aber auch ein, verstellen den Blick nach draußen, hindern am Wachsen und sich Ausbreiten.

 


Die historischen Ziegelsteinmauern in unserem kleinen Garten haben eine ganz andere Bedeutung. Unter Denkmalschutz stehend wie die der Nachbargärten auch, markieren sie die aneinanderstoßenden kleinen Paradiese mitten in der Großstadt, sind aber niedrig genug für einen gutnachbarlichen Plausch von Garten zu Garten.


Vor allem aber bilden sie den Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Natürlich wuchern hier Moos und der allgegenwärtige Efeu, aber auch Wein, Clematis, Glockenblumen und Farne schmücken den steinigen Untergrund. Sogar eine Erdbeere hat sich hier niedergelassen. In den Ritzen und Spalten finden Wespen und Hummeln und andere Insekten Unterschlupf. Und im Efeu an der hohen Mauer baut sich jedes Jahr ein Amsel-oder Rotkehlchenpaar sein Nest. Wenn dann noch das Rotkehlchen oben sitzt und neugierig schaut,  ob ich beim Umgraben vielleicht ein paar Larven oder gar einen Wurm zutage fördere, ist für mich die Idylle perfekt.

 

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