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knapp vorbei ...

Die Zeit zwischen Weihnachten und Ostern ist lang, deshalb hatten wir beschlossen, uns zwischendrin ein erholsames Wochenende zu gönnen. Karneval passte gut, nicht zu weit weg, etwas Wellness im Hotel, wir würden es uns schon nett machen.

 

Maastricht war meine Idee, eine schöne internationale Studentenstadt mit wunderbaren historischen Gebäuden, viel interessanter moderner Architektur und  eleganten Geschäften. Gedacht, gebucht. Bei der Umsetzung unseres Plans waren wir allerdings ein wenig hektisch und unaufmerksam gewesen.

 

Im Hotel angekommen, stellten wir als erstes fest, dass der Pool, der eine wichtige Rolle bei unserer Erholung spielen sollte, zwar existierte – allerdings draußen; bei Temperaturen um den Gefrierpunkt also keine Option.

 

Nach dem Auspacken fuhren wir zum Bummeln und Essen mit dem hoteleigenen Shuttle in die Innenstadt.  Auf dem Platz, an dem das Taxi hielt, wurden gerade Bierstände aufgebaut, das ganze begleitet von fröhlicher Karnevalsmusik. Nichts wie weg! Jetzt fiel meinem Mann auch ein, bei Wikipedia von Maastricht als Karnevalshochburg gelesen zu haben. Egal, dem würden wir schon ausweichen.

 

Die Idee an sich war gut. Aber Maastricht hat viele Plätze und Straßenecken, und an jedem dieser Orte bot sich Augen und Ohren ein ähnliches Bild. Selbst das ehrwürdige Glockenspiel am Rathaus ließ zur vollen Stunde närrisches Liedgut erklingen.

 

Wirklich surreal zumute wurde uns dann beim  Anblick von mehr oder weniger hektischen Ladenbesitzern, die Bretter und Balken herausschleppten und begannen, diese vor ihre Schaufenster zu nageln.

 

Die Profis unter ihnen hatten schon vorgefertigte Elemente, die nur noch eingepasst werden mussten. Vor Läden mit neuen oder unerfahrenen Besitzern dagegen sahen wir Autos von Schreinern und ähnlichen Handwerkern; es wurde gemessen, gesägt, geschraubt, als stünde ein Hurrikan bevor.

 

Wir hatten schließlich doch noch ein ganz zauberhaftes Wochenende mit einer Schiffstour auf der Maas inklusive Besichtigung einer Mergelgrotte, einem Ausflug ans Meer und köstlichen Tapas in einem kubanischen Restaurant.

 

Und am Ende erfuhren wir an der Rezeption den kleinen Trost, dass wir offenbar nicht die einzigen Deutschen mit dieser merkwürdigen Idee gewesen sind...


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