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Winterstarre

Manche Tiere sind zu beneiden. Kaum kommt die dunkle Jahreszeit, ziehen sie sich in ihre gemütlichen Höhlen und Bauten zurück und verfallen in Winterschlaf oder Winterstarre. Sie dürfen die Kälte und Nässe verpassen – einfach so.

 

Na gut, sie verpassen auch Weihnachten und den Jahreswechsel, Zimtsterne und Krapfen, Glühwein und Feuerwerk, aber ich glaube nicht, dass ihnen das besonders viel ausmacht.

 

Wir Menschen  dagegen müssen auch im Winter wach bleiben, egal ob Schnee, Regen, Matsch oder Kälte. Von der Dunkelheit ganz zu schweigen. Im Dunklen hasten wir morgens in unsere neonerleuchteten Büros, im Dunkeln kommen wir abends zurück in unser Zuhause – warm oder kalt, je nachdem, ob wir vergessen haben, die Heizung zu programmieren. Unsere moderne Zeit verlangt Arbeitszeiten rund um die Uhr, niemand nimmt mehr Rücksicht auf den natürlichen Rhythmus von hell und dunkel in der jeweiligen Jahreszeit. 

 

Nach außen hin muss ich also wach bleiben, funktionieren, den Winter aushalten. Innerlich aber halte ich ebenfalls Winterschlaf. Mache es mir gemütlich mit Tee und Kerzenlicht und träume.

Träume davon, dass sich bald die ersten Vorboten des Frühlings zeigen und auch mein Inneres wieder mit Sonnenschein, Blumenduft und Wärme füllen.


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Kommentare: 2
  • #1

    Christiane (Sonntag, 18 Februar 2018 06:57)

    Und nach drei Monaten Winterschlaf erschlankt aufwachen- das wär's!!!

  • #2

    Scriptmarie (Sonntag, 18 Februar 2018 10:02)

    Da mach' ich mit :)