· 

Spinnen

 

Spinnen im Haus  sind nichts Ungewöhnliches. Im Sommer vor allem auch sehr nützlich, weil sie die Mücken vertilgen, die mir sonst nachts den letzten Nerv rauben würden. Das sage ich mir zumindest immer, wenn ich so ein achtbeiniges Krabbeltier in einer Ecke erblicke. Ich lasse sie also in Ruhe und rede ihnen höchstens zu, fleißig Mücken zu fangen.

 

Manchmal finde ich ein Exemplar in der Badewanne, wo es wegen der glatten Wände nicht mehr alleine rauskommt.  (Das habe ich getestet: einmal abends eins Spinne in der Wanne gesehen und gelassen; am nächsten Morgen hockte sie immer noch drin.) Raus muss sie aber, denn wenn auch das Baden zu zweit eine sehr schöne Sache sein kann, muss der Partner ja nicht unbedingt eine Arachnoide sein…

 

 

Also schnappe ich mir ein Glas, stülpe es über besagten Störenfried und schiebe vorsichtig ein Stück möglichst festes Papier zwischen Glas und Wannenwand. Dann schnell zum nächsten Fenster, das am besten schon offen sein sollte (sonst hat man eine Hand zu wenig), und raus geht’s mit dem Möchtegern-Mitschwimmer. Fall erledigt.

 


Jetzt ist wieder die Zeit, wenn die Achtbeiner sich lieber im Warmen aufhalten. Kann ich verstehen; wenn wir könnten, würden wir schließlich auch lieber den Winter in Florida verbringen. Ich gönne ihnen ein warmes Plätzchen im Haus, auch wenn sie sich nicht an den Heizkosten beteiligen.

 

Nur neulich kam ich in einen argen Konflikt, als ein besonders fettes Exemplar an der Wand gleich neben meinem Bett saß. In meiner Vorstellung sah ich sie schon nachts mit all ihren Beinen über mein Gesicht krabbeln. Halt, das nun doch nicht. Aber konnte ich es verantworten, das Tier bei den Temperaturen einfach vor die Tür zu setzen?

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0