· 

Die Amsel

Schon wieder bin ich heute Morgen von besagtem Frühaufsteher geweckt worden. Melodiös wie üblich, aber auch diesmal vor dem Weckerklingeln. Und wieder nur kurz, damit sie gleich von unserem Dach auf das der Nachbarn wechseln konnte.

 

Einmal wach, traue ich mich dann nicht, auf die Uhr zu sehen. Meist habe ich dann nämlich nur noch kurze Zeit, bis um halb sieben der Alarm losgeht. Und für „kurze Zeit“ lohnt das Einschlafen schließlich nicht mehr. Wenn ich mir aber einbilden kann, es wäre noch ganz früh, habe ich eine Chance auf eine weitere Runde Schlaf.

 

Nun lässt sich mein Unterbewusstsein zwar manchmal eine frühere Stunde vorgaukeln. Bei Vogelgesang ist aber alle Überredungskunst vergebens. Vogelgesang bedeutet, es ist ungefähr halb fünf oder fünf, egal, wie man dagegen anredet.

 

Als ich mich später bei meinem Mann über den Weckruf zur Unzeit beklagte, hatte der eine geniale Idee. Man könnte doch der Amsel einen Wecker zur Verfügung stellen. Und dann die dringende Bitte äußern, um Punkt halb sieben mit dem Singen zu beginnen.

 

Im Hotel klappt das ja auch …

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Christiane Ridder (Donnerstag, 05 Oktober 2017 08:02)

    Liebe Jutta!
    Im Gegensatz zu Deiner Erfahrung mit dem Öko-Wecker war ich bisher der festen Überzeugung, alle Geräusche von Mutter Natur zu lieben! (Vielleicht nicht das Gekläffe des Nachbarhundes...)
    So habe ich mir meinen Lieblingswohnort auch nicht -wie den jetzigen- mitten in der Kleinstadt mit nächtens schlagenden Autotüren, vom feucht-fröhlichen Abend heimkehrenden Rentnern (die am nächsten Morgen ausschlafen können!!!) und zum Abschied kurz aber durchdringend hupenden Nachbarn vorgestellt.
    Der Traum war ein kleines Häuschen auf dem Land mit Hühnern, zwei bis drei Hunden und ein paar Katzen- und dem Ruf eines Käuzchens in sonst ruhiger Nacht.
    Doch wehe wenn Dein Wunsch erfüllt wird!
    Trotz dichter Wohnbebauung verirrte sich eines Nachts ein Steinkauz in unseren Garten und rief.
    Vielleicht nach einem Partner? Oder seinen Kindern? Oder einfach so?
    Jedenfalls ausgesprochen laut!
    Nach zwei Stunden des Rufens verdrängte Erschöpfung meine anfängliche Freude; nicht so bei dem Käuzchen!
    In den frühen Morgenstunden schloss ich das Fenster, ließ die Rollläden herunter und verstopfte meine Gehörgänge mit Ohropax... und nahm mir vor, zu meinen Nachbarn nur noch freundlich zu sein!
    Alles Liebe!
    Christiane

  • #2

    Jutta (Donnerstag, 05 Oktober 2017 13:53)

    Liebe Christiane,
    ja, da denkt man, Vogelgesang ist lieblich, ein Käuzchen zu hören romantisch - und dann? Als ich Deinen Beitrag las, musste ich spontan an eine Geschichte aus meinem Englischbuch in der fünften Klasse denken mit dem Titel: "Too much of a good thing" ...
    Liebe Grüße
    Jutta