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Mäuse

Wir haben Mäuse im Garten. Manchmal sieht man sie klein und pelzig über die Terrasse huschen und unterm Farn verschwinden. Das ist niedlich, normal, natürlich. Das dürfen die.

 

Manchmal haben wir aber auch Mäuse im Haus. Das dürfen die nicht! Häuser sind für Menschen. Gärten können sich Mäuse und Menschen problemlos teilen.

 

Zwei Dinge kann man tun, wenn man Mäuse im Haus hat. Fallen stellen, um sie wieder los zu werden. Und versuchen, das Loch zu finden, durch das sie ins Haus gelangt sind.

 

Unser Haus ist alt und hat an potentiellen Einstiegsmöglichkeiten für Kleinnager daher Einiges aufzuweisen. Einmal hat mein Mann eine Maus aufgeschreckt. Sie flitzte aus der Küche, durch den Hausflur und zur Gartentür hinaus. Durch die geschlossene Gartentür – nach menschlichen Maßstäben. Ehrlich, mein kleiner Finger hätte nicht in den  winzigen Spalt gepasst, durch den die Maus entwischte (viel Glück, kleiner Nager!).

 

Dieser Eingang wurde prompt zugemörtelt. Was die Mäuse aber nicht daran hindert, trotzdem gelegentlich im Haus aufzutauchen. Nur wie? Und wo? Wir suchen und suchen…  Also zurück zur Falle. Ab und an findet sich darin ein vorwitziger aber toter Nager (kennen Sie das englische Sprichwort: „Curiosity killed the cat“?). Dann hat man das Problem: Restmüll oder Biotonne?

 

Vorgestern fand sich nach langer Zeit wieder einmal eine Maus in der Falle. Die war aber komplett drin und also noch lebendig. HILFE! In der ersten Panik natürlich das Problem auf den Mann abgewälzt. Aber was macht man mit einer lebendig gefangenen Maus? Nicht unbedingt wieder im eigenen Garten aussetzen. O.K. Es stand sowieso ein  Wochenendspaziergang im Wald zur Diskussion. Also die Maus mitgenommen und dort frei gelassen. Die logistischen Einzelheiten hatte ich feige an andere Familienmitglieder übertragen …

 

Und die übrigen Mäuse? Es tut mir Leid! Ehrlich! Ich rede ja mit Euch! Jedes Mal, wenn ich eine Maus im Garten sehe, spreche ich sie laut und deutlich an (egal was die Nachbarn denken – schließlich spricht Prince Charles sogar mit seinen Pflanzen).  Ich versuche, ihr das Prinzip von „draußen – gerne“ und „im Haus – null Toleranz“  begreiflich zu machen. Nun ist es so, dass ich kein Mäusisch spreche. Und die Mäuse verstehen ganz offensichtlich kein Deutsch (… Englisch, Französisch, Spanisch, Latein, andere menschliche Sprachen …) Hier gibt es eindeutig ein eklatantes Kommunikationshindernis. Vielleicht findet sich ja ein nerdiger Wissenschaftler, der zu diesem Problem forschen möchte. Dann könnten wir demnächst an der VHS einen Grundkurs „Mäusisch für Menschen“ besuchen …

 

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